"Am besten man geht an heißen Tagen mit seinem Hund in eine der vielen tollen Schluchten."
Tipps und Tricks zum Hunde-Wandern von der Expertin Corinna Hemmann
Corinna Hemmann ist ausgebildeter Hundeguide und bietet Hundewanderungen im Hochschwarzwald an. Sie kennt sich aus, wenn es darum geht, wie und wo mit Hunden am Besten gewandert werden kann. Wir fragten sie nach ihren Ratschlägen und Erfahrungen.
Hunde im Wald sind für viele Hundebesitzer nicht ganz einfach. Die Hunde, frei laufen zu lassen, ist im Naturschutzgebiet nicht erlaubt und führt manchmal auch zu Problemen mit anderen Tieren oder Wanderern. Aber laufen mit Leine ist oft ziemlich anstrengend. Was rätst du Hundebesitzern?
Es gibt zwei Möglichkeiten, die je nach Wegbeschaffenheit, Umgebung und Hundecharakter/Rasse angepasst werden sollten.
Die erste Möglichkeit ist, den Hund vorne an der Leine laufen zu lassen. Hier empfiehlt sich ein Wander- oder Jogging Gurt. Damit ist der Zug an der Hüfte und Frauchen/Herrchen haben die Hände frei für Stöcke o.ä. Ich nutze sogar einen Canicross-Gurt wo der Zug vom Hund nicht im Rücken, sondern wesentlich angenehmer am Gesäß spürbar ist.
Die zweite Möglichkeit ist, dass der Hund hinten läuft, was besonders in schwierigem Gelände und bergab von Vorteil ist, damit Frauchen/Herrchen ohne zusätzlichen Beinkraftaufwand und sicher auf dem Weg bleiben können. Diese Variante muss natürlich erlernt und trainiert werden und sollte auch ein Kommando für den Hund konditioniert bekommen. Üben kann man das perfekt auf schmalen Pfaden, wo der Hund wenig Möglichkeiten hat recht oder links vorbeizulaufen. Am einfachsten ist es beim Schneeschuhwandern, da vor allem bei Tiefschnee wegen der Anstrengung die Hunde freiwillig hinten laufen.
Wie sollte man sich für eine Wanderung mit Hunden ausrüsten? Wie kann man sich vorbereiten?
Die Grundausrüstung für den Hund selbst ist auf jeden Fall ein Halsband und/oder Geschirr. Auf Wanderungen habe ich bei meinen Hunden immer beides dran, da im Zug bzw. beim Vornelaufen das Geschirr von Vorteil ist. Mit dem Halsband kann ich den Hund besser führen, gerade wenn andere Hunde kommen oder wir durch eine Ortschaft laufen. Je nach Hunderasse und Wetterbedingungen empfiehlt sich zusätzlich ein Regenmantel oder Wintermantel. Vor allem Kurzhaar-Rassen ohne Unterfell können schnell frieren. Im Rucksack sollten für den Hunde immer ein Wassernapf und ausreichend Wasser, Leckerlis und Hundekottüten mitgenommen werden. Kleiner Tipp für Winterwanderungen: Um zu vermeiden, dass der Hund zu viel Schnee frisst (Achtung bei großen Mengen Gefahr von Schneegastritis!!!), ist es hilfreich ins Wasser etwas Milch zu mischen, dann trinken die Hunde auch bei Kälte gern und viel.
Die direkte Vorbereitung geht los mit dem Hunde Check (ist mein Hund fit?) und dem Wetter-Check. Ist es z.B. sehr warm, plane ich nur eine kleine Tour am Wasser oder in der Schlucht. Und genauso wie sich der Mensch auf eine längere Wanderung vorbereiten sollte, sollte auch der Hund die Möglichkeit haben sich an neue Belastungen durch Training langsam zu gewöhnen.
Was ist deine persönliche Lieblingstour mit Hunden in der Schluchseer Umgebung?
Meine absolute Lieblingstour rund um den Schluchsee ist der Premium Wanderweg „Jägersteig“. Diese Tour ist sehr abwechslungsreich mit tollen Waldwegen, schmalen Pfaden und am Ende geht es am Schluchsee entlang. Das Highlight ist natürlich der höchste Punkt der „Blidstein“ mit einem fantastischen Blick über den Schluchsee. Mit seinen 12km und 250 Höhenmetern ist diese Wanderung für jeden gesunden Hund und gesunden Hundebesitzer machbar und ein tolles Erlebnis.

"Meine absolute Lieblingstour ist der Jägersteig"
Corinna Hemmann (Foto: Raphaela Schiller)
Im Sommer lieben viele Hunde das kühle Nass. Aber nicht überall ist Baden erlaubt. Was empfiehlst du dem Hundefreund?
Ja bei den Seen sollte man sich auf jeden Fall erkundigen, ob für Hunde das Baden erlaubt ist. Im Schluchsee zum Beispiel ist es offiziell nicht erlaubt und am Ende der Sommersaison wegen der Blaualgengefahr auch nicht zu empfehlen. Im Windgfällweiher dürfen die Hunde mit ins kühle Nass springen. Und im Titisee ist es wegen dem Brachsenkraut, welches unter Naturschutz steht, nur an bestimmten Stellen erlaubt. Im Sommer sind die drei Seen sowieso meist überfüllt.
Am besten geht man an heißen Tagen mit seinem Hund in eine der vielen tollen Schluchten, die der Hochschwarzwald zu bieten hat. Der absolute „Geheimtipp“ ist die kleine Windbergschlucht bei St. Blasien.
Wenn Hund und Herrchen/Frauchen eine Pause brauchen: Wo kehrst du am Liebsten mit deinen Hunden ein?
Auf der Homepage des Hochschwarzwald Tourismus und im Poket Guide „Urlaub mit Hund“ sind alle Hundefreundlichen Gasthäuser und Unterkünfte aufgeführt. Grundsätzlich sind Hunde im Schwarzwald sehr willkommen und bei den meisten Hütten sind Hunde gern gesehen, insofern sie sich auch benehmen können.
Du bietest Hundewanderungen im Hochschwarzwald an. Wie läuft das ab und welche Erfahrungen machen deine Teilnehmer?
Ja, ich bin Hunde-Tourguide und biete im Hochschwarzwald verschieden Hundewanderungen an. Meist sind es Touren in einer Schlucht, weil das für die Vierbeiner sehr abwechslungsreich ist und auch für das Team Hund-Mensch ein sehr gutes Training darstellt. Spannend sind ebenfalls Schneeschuhtouren mit Hund. Grundsätzlich geht es bei den Touren mit Hund aber auch um die „Hundebegegnungen“, Austausch und Lernen mit anderen Hunden fällt oft viel leichter. Es ist immer sehr interessant wie toll die Hunde nach 1-2km bereits super entspannt in der Gruppe laufen können. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass es bei meinen Hundewanderungen nicht um den direkten Hundekontakt geht. Alle Hunde bleiben an der Leine und es gibt keinen „Face to Face“ Kontakt! Aber auch das gemeinsame wandern im „Rudel“ ist für viele eine sehr gute Erfahrung.
Um bei meinen Touren mitwandern zu können, gibt es ein paar Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen. Z.B. muss es eine Haftpflichtversicherung für das Tier bestehen. Es darf keine läufige Hündin mitlaufen und es muss die Leinenpflicht garantiert sein. Bei meinen Touren geht es mir hauptsächlich um das Natur Erlebnis und um die Mensch-Hund-Beziehung, die sich oft durch so eine kleine Abenteuertour verstärkt.

Corinna Hemmann bietet Hundewanderungen für jedermann an. Aktuelle Termine und Infos zum Kontakt gibt es auf instagram unter Hunde.tour.guide.blackforest.
